Naturprodukt Kork

Kork ist das Naturprodukt der Stunde

Leicht, robust, wasserabweisend und nachhaltig. Kork ist im Trend. Er überzeugt Designer und Unternehmer wie Michael Keck mit seinen erstaunlichen Eigenschaften.

Bericht in der Schweizer Familie vom März 2021

Text: Nicole Tabanyi
Fotos: Désirée Good

Jeweils von Ende Mai bis im August findet im Süden Portugals, im sogenannten Alentejo – dem Gebiet jenseits des Flusses Tejo –, die Korkernte statt. Auf rund 740’000 Hektaren Land, was der Grösse des Südtirols entspricht, wachsen hier Korkeichen: so viele wie nirgendwo sonst auf der Welt.

Portugals Nationalbaum

«Sobreiro» heisst er auf Portugiesisch, dieser knorrige, dicke Baum, der nur wenig Wasser benötigt und die Dürre im Sommer deshalb gut übersteht. Seine Äste breiten sich nach oben hin zu einer Krone aus, die von weitem aussieht wie ein Sonnenschirm. Die Portugiesen lieben ihren Nationalbaum aber noch aus einem ganz anderen Grund: Seine äussere Rinde besteht aus einem wertvollen Material – dem Naturkork. «Kork fasziniert mich», sagt Michael Keck aus dem aargauischen Birrwil, der seit seiner Kindheit regelmässig nach Portugal reist. «Die Korkeiche ist der einzige Baum, dessen Rinde sich am lebenden Stamm ernten lässt, ohne dass er anschliessend stirbt. Er kann nach mehreren Ernten sogar bis zu 250 Jahre alt werden», sagt der Naturfreund. «Wenn der Kork vom Mutterstamm gelöst wird, dann riecht es in den Korkeichenwäldern, den Montados, nach Zimt und Muskat.»

Längst ist dem 41-jährigen Aargauer jenes Land, in dem er einmal im Jahr seine Tante besucht, zur zweiten Heimat geworden. Seine Liebe zu diesem Flecken Erde brachte den Mann, der ein Biogas-betriebenes Auto fährt und ökologische Kleidung trägt, auf eine Geschäftsidee.

Unikate aus Kork

Denn Kork ist elastisch und robust und damit eine gute Alternative zu Leder. Dafür muss die geerntete Korkbaumrinde jedoch verarbeitet werden. Das heisst: Sie wird in grossen Bottichen in Wasser gekocht, anschliessend gepresst und mit ökologischem Leim auf eine Biobaumwoll-Unterlage Schicht um Schicht aufgetragen – bis daraus ein Korkstoff entsteht. Ein Lederimitat, das widerstandsfähig, langlebig und rezyklierbar ist.

«All diese Eigenschaften haben mich vom Kork restlos überzeugt», sagt Michael Keck, dem Nachhaltigkeit als oberstes Gebot gilt. Deswegen hat er Ende 2019 angefangen, Gürtel, Laptop-Taschen und Brillenetuis, die Schneider und Nähfrauen in kleinen Manufakturen in Portugal aus dem Korkstoff herstellen, vor Ort auszuwählen und bei uns anzubieten. Inzwischen ist er mit seinem Onlineshop Korkeria der grösste Schweizer Anbieter für ökologische Accessoires aus portugiesischem Kork. Rund 400 verschiedene Produkte finden sich im Sortiment der Korkeria – von der Bauchtasche über die Krawatte bis hin zum Rucksack. Alles handgemacht und mit viel Liebe zum Detail gefertigt. Jedes Stück ist ein Unikat.

Ein Wundermaterial

Kaum ein anderes ökologisches Material ist derzeit so gefragt wie Kork. Er steckt im Flaschenverschluss, dem Korken, genauso wie im Öko-Turnschuh, verwandelt sich in Portemonnaies oder Dartscheiben und ist in der Luft- und Raumfahrt unverzichtbar. Denn Kork hält Temperaturen von bis zu 1000 Grad Celsius stand, ohne zu entflammen. Darum setzen ihn Ingenieure bei Spaceshuttles als Wärmeschutzmantel ein. Wer im Flugzeug sitzt und sich über eine weiche Landung freut, wird möglicherweise erstaunt sein, dass das nicht nur an den Künsten des Piloten liegt: Weltweit nutzen Flughäfen den Kork als natürlichen Stossdämpfer für ihre Landebahnen.

Doch das ist längst nicht alles, was die Rinde der Korkeiche kann. Manche Frauen und Männer loben ihre neu erstandenen Korkschuhe, made in Portugal, auch deshalb, weil sie mit ihnen im Regen spazieren gehen können, ohne dass ihre Füsse nass werden. Das liegt am sogenannten Suberin, einer wachsähnlichen Substanz, die im Kork steckt und die ihn wasserdicht macht. Andere Sportbegeisterte machen nur noch auf ihrer Korkmatte Yoga, weil sie entdeckten, dass die Unterlage hygienischer – da antibakteriell – und rutschfester ist als eine Matte aus Kunststoff oder Gummi. Sobald von Kork die Rede ist, geraten Menschen ins Schwärmen und zählen Superlative auf.

Kork und Design

Der Londoner Designer Tom Dixon zum Beispiel spricht von Kork nur noch als einem «Wundermaterial». «Es fasst sich fantastisch an, ist nachhaltig und duftet gut», sagt der 61-jährige Designer. Darum setzte er das Produkt, das er zuvor flammen liess, um ihm eine satte dunkelbraune Farbe zu verleihen, in seiner «Cork Collection» als alleinigen Hauptdarsteller in Szene – vom Esstisch über den Hocker bis hin zum Kerzenständer. In seinem Londoner Atelier bestehen die meisten Wände aus Kork, so kann der Designer seine Skizzen jederzeit an die Wand pinnen. Wer jetzt mit Gruseln an die Korkpinnwände von früher denkt, darf aufatmen. Korkplatten gibt es inzwischen in Holz- und Steinoptiken – alles ist machbar: vom Blätterwald bis zum Muschelstrand.

Umweltschonender Belag

Auch Alois Schärli hat täglich mit dem portugiesischen Exportschlager zu tun. Als Inhaber der Naturo Kork AG mit Sitz in Sursee LU, die sich auf natürliche Korkböden spezialisiert hat, weiss er um die vielen positiven Eigenschaften des Korks – auch aus ökologischer Sicht. «Kork ist umweltschonend, im Unterschied zu Holz wird der Baum zur Gewinnung nicht gefällt», sagt Alois Schärli. Ein weiteres Plus: Durch sein geringes Gewicht – 1 Kubikzentimeter wiegt gerade einmal 0,2 Gramm – ist der Transport von Kork wesentlich ökologischer als der von Holz oder Stein. «Und weil Kork gegen Kälte isoliert. Was ein subjektives Gefühl der Wärme vermittelt, lassen sich mit einem Korkboden auch Heizkosten sparen», sagt der Korkspezialist.

Gefühl der Behaglichkeit

Zudem sind Korkböden schalldämpfend, pflegeleicht und strapazierfähig. «Dass mit dem Kork in Bezug auf Farbe und Form heute so vieles möglich ist, macht den Alleskönner zum Naturprodukt der Stunde», sagt Alois Schärli. Von Frauen und Männern, die sich täglich in Räumen mit Korkböden aufhalten, bekommt das Material – ob im Marmor-, Barrique- oder Schlosseiche-Dessin – jedenfalls Bestnoten: Weil die weiche Unterlage die Gelenke schont und der Anblick des Korks, vor allem des natürlich gemaserten, für ein Gefühl der Behaglichkeit sorgt. Weich und geschmeidig: So fühlt sich Kork an, wenn er zur Tasche verarbeitet wurde. «Darum hoffe ich, dass ich mit meinen Produkten bald wieder auf den Markt gehen kann», sagt Michael Keck, der neben seinem Engagement für die Korkeria als selbständiger Grafiker arbeitet. «Denn Kork muss man anfassen und fühlen können.»

Leicht und samtig

Zudem sind die Accessoires aus dem leichten Naturprodukt Hingucker, die bestaunt werden wollen. Deswegen verlässt Michael Keck sein altes Bauernhaus in Birrwil nur in Begleitung seiner Kork-Schreibmappe. «Viele Kunden, die meine Mappe sehen, fragen mich gleich: ‹Darf ich sie mal in die Hand nehmen?›», sagt Michael Keck. «Dann sind sie erstaunt, wie leicht und samtig sie ist.» Wenn Michael Keck durch seinen Garten läuft, in dem bald wieder vierzig Kräuter blühen – von der Ananasminze über den Honigmelonensalbei bis hin zur Zitronenmelisse –, um mit seinem Biogas-betriebenen Auto nach Lenzburg zu fahren, weiss er: Bis er mit seinem Auto in die Korkeichenwälder des Alentejo reisen kann, wird es noch dauern. Denn es fehlt an Biogas-Tankstellen. Doch auch dieser Tag wird kommen, davon ist der Naturfreund und Korkliebhaber überzeugt.

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